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Erfolgsgeschichten der Auswanderer in Spanien

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Interview mit Manuel Rodriguez, dem CEO von B2 Performance SL

Meine Rubrik „Erfolgsgeschichten der Auswanderer in Spanien“ beginne ich mit Manuel Rodriguez, dem CEO der Online-Marketing Agentur „B2 Performance SL“ in Barcelona.

Hallo Manuel, bitte stelle Dich kurz vor

Ich heiße Manuel Riveiro Rodriguez. Ich bin in Deutschland in der Stadt Gütersloh geboren und aufgewachsen, meine Eltern sind aber gebürtige Spanier und kommen ursprünglich aus Galizien.

Wie lange lebst Du schon in Barcelona?

Ich bin Ende September 2013 nach Barcelona gezogen.

Erzähle uns bitte kurz die Geschichte, wie es dazu kam, dass Du in Barcelona gelandet bist

Direkt nach dem Studium wurde ich von B2 Performance, einer deutschen Online-Marketing Agentur über Xing angeschrieben. Sie haben nach einer Person gesucht, die in der Lage wäre, die Geschäftsstelle in Spanien mit aufzubauen und weiter zu entwickeln. Ich habe dies als eine Herausforderung angesehen und natürlich hat es mich auch gereizt nach dem Studium, direkt auf eine Geschäftsführer-Position hinarbeiten zu können. Für jemanden, der gerade frisch von der Uni kommt, ist es ein sehr attraktives Angebot. Diese Chance musste ich einfach ergreifen und ich habe zugesagt. Die ersten 1,5 Jahre habe ich bei B2 Performance in Wittener Hauptsitz gearbeitet und alles über das Online-Marketing und die Geschäftsführung gelernt. Wir haben gesehen, dass es schwer war, von Deutschland aus an neue spanische Kunden zu gelangen. Obwohl es mir dennoch gelang, benötigten wir aber spanische Angestellte um die Projekte zu betreuen. Und so wurde schließlich die spanische Niederlassung gegründet. 2013 war es dann soweit, ich bin nach Barcelona gezogen und war plötzlich der Geschäftsführer von der B2 Performance SL. Das Ganze hatte natürlich viele Höhen und Tiefen. Ich habe sehr viel Aufbauarbeit und Akquise getrieben und schon bald hatten wir einen guten Kundenstamm. Es war also der richtige Schritt, eine Niederlassung in Spanien zu öffnen.

Wie hast Du Dich auf Deine Auswanderung vorbereitet?

Ich habe mich ehrlich gesagt, überhaupt nicht vorbereitet. Ich habe bis zum letzten Moment gewartet und erst in Barcelona habe ich meinen DNI erhalten. Als spanischer Bürger brauche ich ja keinen NIE sondern komme mit dem Reisepass oder dem DNI zurecht. Da ich gut Spanisch konnte, war natürlich ein klarer Vorteil. Klar, ich musste vorher meine Wohnung in Witten zeitnah kündigen und ein paar Möbelstücke verkaufen, aber das ist ja kein großer Aufwand.

Wie hast Du Deine erste Wohnung in Barcelona gefunden?

Es macht keinen Sinn eine Wohnung in Spanien von Deutschland aus zu suchen. Die Wohnungen sind innerhalb von ein bis zweit Tagen weg, vor allem wenn die Semester los gehen. Man sucht also am besten vor Ort. Ich habe die ersten ein paar Tage in einem Hotel gewohnt und intensiv gesucht, war aber auch schon teilweise am Verzweifeln, zwischen Bruchbuden und unbezahlbaren Wohnungen (ich wollte nach 9 Jahren des WG-Lebens lieber alleine leben). Durch einen Zufall habe ich meine erste Wohnung als Zwischenmieter gefunden. Es war ein echtes Schnäppchen: an der Carrer Aragó eine komplette Wohnung für mich allein für 600€. „Wer suchet, der findet.“

Was waren Deine Erwartungen vor dem Auswandern? Wurden sie erfüllt?

Viele Erwartungen hatte ich nicht. Ich wollte einen Tapetenwechsel. Vor Witten hatte ich 9 Jahre in Münster gelebt, ich wollte etwas neues erleben. Ich bin mit der Einstellung nach Spanien gezogen: komme was wolle, ich probiere es einfach aus. Man plant ja sein Leben mit Ende 20 ja nicht 10 Jahre im Voraus. Vor allem wenn man eine neue Firma mit aufbaut, lebt man eher von Quartal zu Quartal. Was Erwartungen angeht, so denkt man bei Spanien natürlich an das schöne Wetter, einen legeren Lebensstil und viel Feiern. Ich hatte erwartet, dass man in Spanien weniger arbeitet als in Deutschland, aber dem ist wirklich bei weitem nicht so. Ich habe eher das Gefühl, dass man in Spanien viel mehr arbeitet. Da ich zu dem Zeitpunkt Freunde in Barcelona hatte, habe ich aber auch einen guten Ausgleich mit Party, Ausgehen und so.  Glücklicherweise ist Barcelona auch eine beliebte Stadt, so dass auch die deutschen Freunde gerne zu Besuch kommen.

Was motiviert Dich? Was treibt Dich jeden Tag an?

Auswandern nach Spanien mit Kind 2- gute-esser

Meine Familie hauptsächlich, der ich etwas bieten will. Natürlich arbeitet man auf irgendein Ziel hin. Auf der einen Seite will man seine Firma möglichst weit bringen, auf der anderen, arbeitet man darauf hin, sich nicht immer um Geld sorgen müssen. Man will ja auch nicht ewig arbeiten 😊

Erzähle uns ein bisschen über Dein Unternehmen und was Du beruflich machst

Ich bin der Geschäftsführer der Online-Marketing Agentur B2 Performance SL. Geschäftsführer hört sich schön an, aber manchmal fühle ich mich wie ein Mädchen für alles. In einem kleinen Unternehmen legt man auch als Führungskraft bei vielen Projekten und Problemen selbst Hand an. Alle meine Kunden kenne ich persönlich und stehe mit allen in einem persönlichen Kontakt. Es ist mir wichtig, dass die Kunden zufrieden sind, dass sie die Ergebnisse unserer Arbeit sehen können und sich darüber freuen. Neben den ganzen Aufgaben als Geschäftsführer, beschäftige ich mich gern mit den technischen Problemen der Webseiten, Webentwicklung, Webanalyse, Online-Marketing Strategien– das sind so meine Schwerpunkte.

Aber das ist natürlich nicht alles, was wir bei B2 machen: Consulting, Marketing Strategien, Web-Design, Suchmaschinenoptimierung, Social Media und Content-Strategien in verschiedenen Sprachen, E-Mailmarketing; eben alles, was mit Online-Marketing, Digitalisierung und der Internationalisierung eines Unternehmens zu tun hat.

Was magst Du an Deinem Job am meisten?

Man lernt sehr viele Unternehmen und Menschen kennen, das ist toll. Und zu spüren, dass man manchmal das fehlende Puzzle-Stück zum Erfolg eines Unternehmens ist, fühlt sich natürlich super an. Wenn dann der große Erfolg kommt und uns Unternehmen nicht mehr „nur“ als Dienstleister betrachten, sondern als Teil ihres Unternehmens, wenn sie einem blind vertrauen, den Empfehlungen folgen und  dafür dankbar und glücklich sind, das ist das wahre Hauptziel. Viele unserer Kunden betreuen wir schon jahrelang.

Auswanderer nach Spanien

Wenn Du auf Deinen Auswanderweg nach Spanien zurückblickst: was war das Schwerste?

Familie und Freunde zurücklassen. Wenn man ein Familienmensch wie ich ist, und es gewohnt ist, jeden zweiten Sonntag bei den Eltern vorbeizukommen, und plötzlich diese Möglichkeit nicht mehr hat, ist es am Anfang sehr schwer. Auch sich nicht mehr, wie gewohnt mit Freunden treffen zu können, wenn man will. Meine Freunde nur noch ein bis zwei Male im Jahr zu sehen, das ist schon schwer, auch wenn sich natürlich alle weiterentwickeln und die meisten inzwischen Familie und Kinder haben. Für mich persönlich, ist es nicht einfach, gute Freundschaften in Spanien zu schließen. Je älter man wird, desto schwerer wird es, denke ich. Die besten Freunde sind meist die, die man schon hat 😉

Welche großen Unterschiede kannst Du zwischen dem Leben in Spanien und Deutschland feststellen?

Man denkt ja immer, dass man in Spanien weniger arbeitet als in Deutschland. Das empfinde ich überhaupt nicht so. Umgekehrt, ich würde sogar behaupten, dass man in Spanien mehr arbeitet als in Deutschland. Ich kenne Leute in Spanien die gut und produktiv arbeiten, aber da es oft an guten Arbeitern in Spanien fehlt, müssen die extra Stunden leisten, mehr arbeiten, mehr machen als sie eigentlich müssten.

Die Work-Life Balance ist meiner Meinung nach sehr schlecht. Es kommt natürlich auf den Job an, aber die spanischen Schichten sind einfach länger (auch teilweise bedingt durch die lange Mittagspause in einigen Unternehmen). Das hat sich in letzter Zeit etwas geändert, vor allem durch das europaweite Gesätz des Überstundenverbots (wenn sich die Unternehmen denn daran halten). In Deutschland war nach 8 Stunden Feierabend, in Spanien arbeiten viele 12h und mehr im gleichen Sektor. Ich selbst arbeite manchmal bis zu 12 Stunden und mehr am Tag, wenn es sein muss.

Aber es ist natürlich auch anderes, wenn man am Meer lebt und permanent gutes Wetter hat. Das ist ein Vorteil an Spanien. Man denkt hier nicht, wann scheint denn endlich mal wieder die Sonne, sondern wann wird es mal wieder regnen. In den Supermärkten in Spanien hat man nicht so eine gute Auswahl an Produkten wie in Deutschland. Andererseits, wenn man in Deutschland ist, vermisst man die spanischen Produkte, wie frischen Fisch und Meeresfrüchte. Ich glaube, man vermisst immer das, was man gerade nicht hat.

Strand in Gava- auswandern nach Spanien

Kannst Du Dir vorstellen irgendwann wieder zurück nach Deutschland zu kehren?

Ich bin zurzeit sehr glücklich in Spanien: ich habe einen Job, den ich mag, ich lebe am Meer, die Abende verbringe ich im Sommer am Pool mit meiner Familie – ein Luxusleben kann man sagen. Aber man weiß nie was passiert, besonders wenn es um solche Themen wie Politik oder soziale Sicherheit geht, denkt man gut und gerne an die Zeit in Deutschland zurück. Spanien ist viel chaotischer in der Bürokratie als Deutschland, was Mutterschutz angeht ist Spanien ein Desaster (für Mutter und Vater), das Schulsystem in Spanien ist meiner Meinung nach nicht gut. Ich will das mein Kind Deutsch, Spanisch und Englisch kann – die wichtigsten Weltsprachen halt. Also muss man einiges an Geld für eine private Schule für sein Kind aufbringen, damit das Kind eine Schulbildung bekommt, die mit der deutschen vergleichbar ist. Könnte ich mir vorstellen, zurück nach Deutschland zu kehren? Wenn man 2-3 Kinder hätte und sich bestimmte Situationen ergeben würden, würde ich es vielleicht wirklich in Betracht ziehen, zurück nach Deutschland zu ziehen. Weder das eine, noch das andere ist aber bisher eingetroffen.

Was gefällt Dir am meisten an Deinem Leben in Spanien?

Ich mag es, dass es zu einer Ausnahme gehört, wenn es regnet. Am Strand leben, Meeresfrüchte, Sonne, dass es länger hell hier ist. Und dass vieles unkompliziert(er) ist. Man lebt, wo andere Urlaub machen.

Auswandern nach Spanien-gutes Essen

Welche guten Tipps würdest Du künftigen Spanien-Auswanderern geben?

Lernt die Sprache. Ohne Spanisch oder Katalanisch ist man hier verloren, besonders wenn man zu den Ämtern gehen muss. Eine Wohnung von Deutschland aus zu suchen, macht keinen Sinn. Hier vor Ort kann man immer eine Wohnung oder ein Zimmer finden. Und man muss sich natürlich auch fragen, wofür man nach Spanien kommt. Man sollte einen Plan haben, einen Job im Idealfall, gute Reserven oder Ersparnisse. Man sollte verstehen, dass man sich hier etwas aufbauen kann, aber man muss auch bereit sein, sehr viel dafür zu arbeiten. Man muss gut sein, indem was man tut, dann kann man sich hier seine Zukunft aufbauen und erfolgreich werden.

Danke für das interessante Interview, Manuel!

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Die 3 Gewinner werden am 06.07.2020 ausgelöst und von uns kontaktiert.

Viel Glück!

Bist Du auch nach Spanien ausgewandert und möchtest Deine Geschichte erzählen? Schicke mir bitte eine Anfrage an guteessermail@gmail.com